Autor: Ruediger Dahlke am 03. Sep 2010 Der Schatten ist das wichtigste Thema auf dem Entwicklungsweg und er ist immer im Spiel, wenn etwas schief oder daneben geht. Er verbirgt sich aber nicht nur in Krankheitsbildern, Fehlleistungen und Unfällen, sondern auch in kollektiven Krisen und Katastrophen.
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„Das Schattenprinzip“ - persönliche und kollektive Schattenreiche
Der Schatten ist das wichtigste Thema auf dem Entwicklungsweg und er ist immer im Spiel, wenn etwas schief oder daneben geht. Er verbirgt sich aber nicht nur in Krankheitsbildern, Fehlleistungen und Unfällen, sondern auch in kollektiven Krisen und Katastrophen. Kein Wunder, dass er sehr vielgestaltig ist. Das Buch „Das Schattenprinzip“ geht nach „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ einen konsequenten Schritt weiter in der Veröffentlichung des Grundlangenwissens meiner Ausbildungen. So wie zu den Schicksalsgesetzen drei CDs mit geführten Meditationen gehören, ist auch bei der Schattenbegegnung die Praxis im Vordergrund. Dem trägt die dem Buch beigelegte CD mit ihren Übungen und Meditationen Rechnung.
Persönlicher und kollektiver Schatten einer Gesellschaft
Nach William Miller, dem amerikanischen Schattenspezialist und Autor von „Der goldene Schatten“, lässt sich Schatten in einen persönlichen, einen kollektiven von Gesellschaft und Kultur und einen archetypischen untergliedern. Der persönliche ist das dunkle unheimliche Gegenstück zu unserer glänzenden Persona, die wir der Welt präsentieren und die doch nur eine Gefängnis ist, in dem wir unser Selbst vor der Welt verstecken. Persönlicher Schatten umfasst „Eigenschaften, Charakterzüge, Verhalten, Talente, Erfahrungen, Phantasien und ähnliches, alles, was aus persönlichen Gründen während der Persönlichkeitsentwicklung unterdrückt wurde.“ Die Persönlichkeit wird im Wesentlichen entwickelt, um der äußeren Welt zu gefallen. Alles, was dabei im Wege ist, wird nach Robert Bly in den sogenannten „Schatten(sack)“ gestopft, einen immateriellen Sack, den jeder hinter sich herzieht wie den physischen Schatten des Lichtes.
Kollektive Schatten umfasst alle Tabu-Themen
Der kollektive Schatten umfasst alle Tabu-Themen der jeweiligen Gesellschaft und Kultur und damit alles, was in ihr verboten ist. Die Boulevardzeitungen berichten von diesem Schatten in der eingedickten Wahrheit ihrer Schlagzeilen, mit denen die einfache Leserschaft die Tabu-Brecher am liebsten gleich erschlagen würde. ZB liegt bei uns ein Tabu auf Inzest und Missbrauch, auf orgiastischer Ekstase und in geringerem Maß auf brutaler Aggression. Zum kollektiven Schatten gehört auch der Hunger auf der Welt, die Tatsache, dass ein kleiner Teil der Menschheit, nämlich wir, einen riesigen Teil aller Ressourcen für sich reklamiert und verbraucht, sodass täglich mehr Kinder an unserer Wirtschaftspolitik verhungern als am 11. September erwachsene Wirtschaftsleute und Geldhändler umgekommen sind. Letztlich sollten die 10 Gebote diesen kollektiven Bereich für die christliche Kultur und die Regeln des Konfuzius für die chinesische bestimmen. Aber in der Praxis haben diese Gebote offenbar ihre Bedeutung weitgehend verloren, jedenfalls werden sie landauf landab von den entscheidenden Leuten ignoriert. Der kollektive christliche Schatten wird im Übrigen geschichtlich in Kreuzzügen und Inquisition und aktuell in der Missbrauchsorgie deutlich.
Unser tiefster Schatten
Der archetypische ist unser tiefster Schatten und beinhaltet das schrecklichste denkbare Böse, wie aber auch das unvorstellbar Gute. Dieser kollektive Schatten speist zusätzliche Energie in die kollektiven und persönlichen Schattenregionen. Der Holocaust der Nazis kam aus dieser Schattentiefe und heute die rotchinesische „Lagerhaltung“ von Delinquenten und Falun Gong Anhängern zwecks „Organspende“ beziehungsweise Ausschlachtung auf Bestellung. Dort wo der Schatten Urgrauen auslöst, wird diese archetypische oder eben Ur-Ebene erreicht.
Meist haben wir kaum Zugang zu diesen Themen, wollen auch nichts davon wissen. Das ist der Grund warum Geschichte verdrängt wird und die Greuel der Inquisition bis heute nicht angeschaut und aufgearbeitet sind. Aus solcher Aufarbeitung würde und müsste Verständnis für Schattenthemen erwachsen und so der Umgang mit aktuellen Schattenkonflikten leichter werden. Aber an der katholischen Kirche können wir leider gut sehen, wie es gerade nicht gelingen kann, aktuelle Schattenprobleme zu lösen, da die alten nicht annähernd konfrontiert und bewältigt sind. Wer nicht lernt aus seiner Geschichte – ob Kind oder Kirche – macht weiter harte Erfahrungen oder einfach gesagt, wer nicht hören will, muss fühlen. Manchmal helfen uns Träume, auch zu tief verdrängten Schattenthemen Zugang zu bekommen.
Träume zu verdrängten Schattenthemen
In Ihnen tauchen auch nicht selten Inhalte auf, die über Persönliches hinausreichen. Alle Zivilisationen haben ihren eigenen Schatten, und dieser kollektive Schatten drängt nicht nur in großen Schattenereignissen wie Kriegen und Folterexzessen herauf, sondern manchmal auch im persönlichen Leben, da offenbar auch jeder einzelne aufgerufen ist, den kollektiven Schatten der eigenen Kultur mitzutragen und zu konfrontieren. Aber wie bei uns selbst, ist es schwer, eigene Schattenanteile zu erkennen. Der Balken im eigenen Auge fällt der Eigenblindheit zum Opfer, den Splitter im Auge der anderen sehen wir dagegen sehr scharf. Schon in sofern wäre beim Schatten Zusammenarbeit angesagt - in der Beziehung etwa zwischen den Partnern, in der Politik unter den Nationen. So wie wir die Schattenseiten unseres Partners sehr klar erkennen, sehen wir auch die dunklen Seiten anderer Kulturen deutlich (z.B. die Ungerechtigkeiten des Kastensystems oder der Armut in Indien), für die eigenen sind wir gerne blind.
Wenn große und schwerwiegende Teile des persönlichen Schattens nicht erkannt und integriert wurden, besteht die Gefahr, dass kollektiver Schatten durch dieses unbewusste Tor hervorbricht. Beispiel dafür ist etwa die erschreckende Grausamkeit, mit der bis dahin unbescholtene, ja sogar „religiöse“ Menschen, während der Nazizeit zu Mördern in Konzentrationslagern wurden.
Der Film „Das Experiment“ - die wahre Geschichte eines psychologischen Experimentes
Eindrücklich und grundsätzlich dargestellt ist diese Thematik in dem deutschen Film „Das Experiment“, der die wahre Geschichte eines psychologischen Experimentes, das eine Gefängnissituation simuliert, erzählt. Ein Teil der als Versuchspersonen gewonnenen Studenten musste die Rolle der Gefangenen übernehmen, der andere Teil „spielte“ Wärter. Es dauerte nicht lange, bis aus dem „Spiel“ Ernst und bald bitterer Ernst wurde. Die Wärter begannen tatsächlich die Gefangenen zu quälen und zu foltern. Das Experiment musste abgebrochen werden und der das Experiment leitende Professor der amerikanischen Universität sagte: „Das Eis der Zivilisation ist offenbar sehr dünn.“ Man könnte sagen, je heißer das verdrängte Feuer der inneren Hölle brennt, desto schneller schmilzt es dieses Eis.
Ein ähnliches noch früheres Experiment offenbarte bereits wie rasch als „Versuchsleiter“ angestellte Versuchspersonen bereit waren, im Namen der Wissenschaft ganz unbekannte Fremde, die sogenannten Versuchspersonen (in Wirklichkeit aber Schauspieler), mit unvorstellbar starken Elektroschocks zu quälen. Selbst als letztere schon laut vor Schmerz schrien, machten die meisten „Versuchsleiter“ einfach weiter, da sie den Auftrag hatten und die Wissenschaft das scheinbar von ihnen verlangte.
Wie man kollektivem Schatten Zugang zum gesellschaftlichen Leben verschafft
Wer diese Experimente verstanden hat, erkennt auch, warum es den Verantwortlichen für die Nazigräuel so leicht fiel, genug Folterknechte zu finden, wenn sie mittels entsprechender Ideologie dem kollektiven Schatten Zugang zum gesellschaftlichen Leben verschafften. Sie brauchten damals und das gilt weiter bis heute nur die Autorität des Staates oder eben der Wissenschaft entsprechend missbrauchen. Ähnlich fand das Pol Pot-Regime in Kambodscha genug Folterknechte, wie sich gerade herausstellt, und werden heute die Machthaber in China ohne Probleme Wächter für ihre modernen Todeslager finden. Die Lagerinsassen werden außer Gerüchten nicht viel über ihr weiteres Schicksal wissen, die Bevölkerung wird weniger wissen als wir in der Ferne wissen könnten, falls wir Schattenthemen überhaupt an uns heranlassen wollten. Solche Gewaltorgien dauern auch deshalb so lang, weil die meisten Menschen davon einfach nichts wissen wollen und die Augen entsetzt verschließen. In dieser ganzen Zeit des Wegschauens aber toben die Schattenorgien weiter.
Das gilt für das Kollektiv ähnlich wie für den einzelnen Menschen. Eine große Schwierigkeit im Umgang mit dem Schatten besteht darin, dass es eine innere Instanz gibt, die bestimmt, wie viel an Schatten ein Mensch verkraften kann. Im persönlichen Bereich ist es fatal und ungesund, den Schatten zu übersehen, aber auch gefährlich und ungesund, sich zuviel davon auf einmal zuzumuten. Es geht gleichsam darum, ihn in der Psychotherapie entsprechend zu dosieren und in die inneren Abgründe zu blicken, sich aber den Sprung hinein zu versagen, da sonst psychotisches Abspalten unerträglicher Inhalte droht.
Entscheidende Schritte auf dem Weg zum Heil
Auch gerade weil der Schatten zu furchtbar erscheint, um konfrontiert und ertragen zu werden, hält er den größten Schatz für uns bereit, den Einzelnen und das Kollektiv. Es braucht eine enorme Energie, um solch dunkle Inhalte unter der Bewusstseinsoberfläche zu halten. Mit der Zeit wird das geradezu erschöpfend. Die lange Zeit der Nichtbearbeitung der Inquisitionsgräuel hat etwa die katholische Kirche enorm geschwächt und tut es weiterhin.
Wer die Reise in sein persönliches und das Schattenreich seiner Kultur wagt, wird andererseits reich beschenkt zurückkehren und entscheidende Schritte auf dem Weg zum Heil bewältigen, denn dafür brauchen wir all die Kraft, die sich ansonsten in Unterdrückungsmaßnahmen verbraucht.
Insofern wäre es ein gewaltiger Schritt in Richtung gemeinsamer Entwicklung, wenn die Konfrontation mit dem Schatten in vertretbarer Dosierung wie mittels „Schattenprinzip“ möglich, größere Teile der Bevölkerung erfassen würde. Menschen, die ihren Schatten konfrontiert und integriert haben, sind nicht nur persönlich erfolgreicher, sondern auch in ganz anderem Ausmaß zur Entwicklung von Synergien fähig. Von daher wünsche ich mir nicht nur persönlich, sondern uns allen, dass „Das Schattenprinzip“ an den Erfolg von „Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ anknüpft und zum Bestseller für Entwicklungswillige wird und so an meiner Lieblings-Idee dem „Feld ansteckender Gesundheit“ weiterbaut.
Literatur zum Thema:
„Das Schattenprinzip – vom Umgang mit unserer dunklen Seite“ (Buch mit CD)
„Die Schicksalsgesetze – Spielregeln fürs Leben“ + drei CDs „Gesetz der Polarität“, „Gesetz der Anziehung“ „Bewusstseins-Felder“
CD "Schattenarbeit" (alles bei Goldmann-Arkana)
„Die Spuren der Seele – was Hand und Fuß über uns verraten“ (GU),
Info zu Vorträgen, Seminaren und Ausbildungen: www.dahlke.at
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